Katzenunreinheit
- oder
- „Hilfe! Meine Katze pinkelt auf den Berber!!!!“
Unsauberkeit bei Katzen hat eigentlich immer nur
2 Ursachen:
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Die Katze ist krank
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Die Katze protestiert
Zunächst sollten Sie also die erste Ursache ausschließen.
Vielleicht ahnen Sie schon was, wenn Sie Ihre Katze einfach nur
anschauen: Ist das Fell stumpf? Wird sie dünner, frisst schlecht?
Ist die Nickhaut gar vorgezogen? Dann nichts wie ab zum Arzt, am
besten mit einer frischen Urinprobe, was natürlich umso leichter
ist, wenn Ihre Mieze nicht den Berber, sondern die Dusche oder die
Fliesen in der Küche nutzt. Stellt Ihr Tierarzt eine klinische
Ursache fest, wird er das Nötige Veranlassen, damit das Problem
behoben wird.
In den meisten Fällen allerdings ist es ein
Protestverhalten der Katze, die Ihnen damit zu verstehen gibt, dass
ihr etwas partout gegen den Strich geht. Sicher hat sie Ihnen das
schon vorher klarzumachen versucht, doch wir Menschen sind ja
einfach zu blöd, um die Katze zu verstehen.
Ein „Zwischending“ zwischen medizinischer und
psychologischer Ursache kann ein altersbedingtes Fehlverhalten der
Katze sein. Eine der Katzen des Autors war so ein Fall: Sie
„traf“ die Toilette manchmal einfach nicht richtig. Sie wühlte
im Klo herum, hockte sich hin und machte ein konzentriertes Gesicht.
Anschließend drehte sie sich um und schaute völlig verdutzt aus
der Wäsche („Huch! Daneben gegangen…“). Sodann ging sie
Schulter zuckend von dannen, sofern Katzen mit den Schultern zucken
können...
Sie hocken mit den Beinen im Klo und meinen
automatisch, dass der Rest dann auch drin sein müsste. In solchen Fällen
kann ein größeres Klo Abhilfe schaffen. Oder eines mit Deckel. Ich
habe der Katze zwei Klos nebeneinander gestellt, so ist die Chance
wesentlich größer, dass sie zumindest eines trifft.
Wichtig auch: Ist ihre Katze kastriert? Unkastrierte
Kater markieren. Das ist nicht nur ungern gesehene Körperflüssigkeit
an dafür nicht gedachten Stellen, sondern meist auch mit für
unsere Nasen völlig unakzeptablen Gerüchen verbunden. Außerdem:
Katzen gibt es wahrlich genug auf der Welt – da kann Ihnen jeder
Tierschutzverein ein Lied von singen. Also: Blättern Sie Ihrem
Tierarzt ca. 80 € auf den Tisch und lassen Sie es machen. Ist völlig
harmlos und Ihr Tier wird es Ihnen danken. Wissen Sie denn, wie es
ist, wenn man so gern möchte aber nicht darf?
Doch jetzt zur psychologischen Seite. Oder besser:
Ihre Katze protestiert. Zunächst: Es nutzt gar nichts, wenn Sie
Ihrer Katze einfach das Protestplakat einreißen und mit ihr
schimpfen. Eine Katze will mit Argumenten überzeugt werden, denn
sie ist ein intelligentes Tier. Da sie aber unsere Sprache nicht
spricht, müssen wir es ihr bildlich, mit ein paar Tricks
beibringen. Um das tun zu können, müssen wir aber erst einmal die
Ursachen erforschen, die zu dem Protest führen:
Überlegen Sie also mal:
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Könnte es am Katzenklo liegen? Haben Sie mal den
Standort verändert? Stellen Sie das Klo dort hin, wo die Katze
pinkelt. Wählen Sie für das Klo einen anderen Platz: Die Katze mag
eine ruhige, nicht zugige Ecke. Versuchen Sie es mal mit dem Bad
oder der Abstellkammer. Eine Nische in der Küche, wo sie vielleicht
einen mittlerweile im Schrank deponierten Mülleimer stehen hatten,
kann auch sehr gut geeignet sein.
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Könnte es an der Einstreu liegen? Manche Katzen bevorzugen
von jetzt auf gleich eine andere Einstreu oder wollen mehr Streu
drin haben. Meist wird Streu mit künstlichen Düften nicht
akzeptiert. In der freien Natur streut auch die eitelste Mieze nicht
erst Duftöl auf die Erde, bevor sie sich hinhockt! Wählen Sie eine
möglichst natürliche Einstreu, z.B. aus Granulat.
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Könnte es am Geruch liegen? Versuchen Sie es ggf. mal mit
einem neuen Klo und variieren Sie: Hatte sie eines mit Deckel,
lassen Sie den Deckel weg und umgedreht. Waschen Sie das Klo nur mit
klarem, heißen Wasser aus. Und natürlich müssen Sie es täglich
mindestes 1 x von Schmutzpartikeln befreien und sollten die Streu spätestens
alle 14 Tage komplett wechseln.
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Könnte es auch am Klo selbst liegen? Vielleicht ist es zu
klein? Nehmen Sie ein größeres. Es soll auch Katzen geben, die
nicht in Plastik pinkeln. In dem Fall kann eine große Tonschale
(z.B. als Pflanzschale) Abhilfe schaffen.
Es gibt verschiedene Methoden, diesem
Zustand Abhilfe zu leisten:
Wichtig ist zunächst: NICHT MIT DER KATZE
SCHIMPFEN! So sehr Sie vielleicht auch in der Stimmung sind, Ihrer
Katze „mal so richtig deutlich zu machen, wer der Mann/die Frau im
Hause ist“ - machen Sie das Malheur weg und erheben sie keinerlei
Aufsehen. Denn nichts anderes will die Katze. Sie will, dass Sie
sich ihrer Probleme annehmen und glaubt, dass Sie das mit der
Schimpferei tun. Aber in Wahrheit haben Sie doch nichts kapiert,
sondern sind nur wütend, oder?
Und jetzt verrate ich Ihnen meine persönlichen
Erfahrungen mit den oft angepriesenen „handelsüblichen
Produkten“: Erfahrungsgemäß bringen die
"Anti-Katzen-Sprays" aus dem Zoofachhandel, die manchmal
empfohlen werden, überhaupt nichts. Geldmacherei!
Versuchen Sie es mit ein paar kleinen
Insidertipps:
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Stellen Sie zum Beispiel an der
Pinkelstelle nach dem Reinigen den Futternapf! Diesen Platz wird
eine Katze nie verunreinigen! Möglicherweise pinkelt sie dann an
eine andere Stelle, aber sie sehen - es wird (zumindest für
diese Stelle) wirken!
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Pinkelt die Katze draußen an einer Stelle, wo sie
dies nicht tun soll (z.B. in das Blumenbeet des Nachbarn), dann
sollten Sie Kaffeetrinker sein: Sammeln Sie Kaffeesatz. Diesen
streuen Sie dort aus, wo die Katze pinkelt. Sie werden sehen: Sobald
die Pfoten mit Kaffeesatz in Kontakt gekommen ist, wird sie die
Stelle nicht mehr aufsuchen!
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Kaufen Sie in der Apotheke Chlorophyll. Tränken Sie
ein Tuch und lassen es trocken. Das getrocknete Tuch auf die
"Stellen" legen - es riecht unangenehm und Katzen werden
diese Stelle meiden.
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Kaufen Sie eine Mäusefalle. Schnappt die bei einer
Katze mal zu, ist das für die Katze ungefährlich - aber sie wird
es sich merken!
WICHTIG: Negative Erfahrungen in
unmittelbarer Nähe des Markierplatzes verleiden Katzen die Stelle!
Natürlich lassen sich diese Methoden abwandeln und
Sie sollten überlegen, inwiefern das ein oder andere bei Ihnen zu
einer Änderung des Verhaltens geführt haben könnte. Aber ich
versichere Ihnen: 99 % aller unsauberen Katzen wurden nach Anwendung
aller dieser Mittel wieder stubenrein. Wenn nicht - suchen Sie sich
einen anderen Tierarzt, der evtl. auch einmal an eine
Hormonbehandlung denkt, um den Markiertrieb einzudämmen.
Wenn Sie weitere Fragen zum Thema haben, können Sie
sich gerne an mich wenden – ich helfe gerne, falls möglich!
Kontakt: Norbert.Steins@gmx.de
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